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Fenster einbauen: Anleitung für Altbau und Neubau

Die Abdichtung wird angebracht, bevor das Fenster in die Öffnung kommt. Das ist die Reihenfolge, an der die meisten Selbstmontagen scheitern, und sie gilt besonders im Altbau. Danach wird der Rahmen lot- und waagrecht ausgerichtet, spannungsfrei befestigt und die Anschlussfuge gedämmt. Montageschaum ersetzt dabei keine Befestigung.

Kurz gefasst

  • Erst folieren und abdichten, dann einsetzen. Nicht umgekehrt.
  • Innen dichter als außen: das ist das Prinzip hinter jeder Anschlussfuge.
  • Die Maueröffnung soll 10 bis 15 mm breiter sein als der Rahmen.
  • Befestigungspunkte höchstens 90 cm auseinander, und niemals auf Zug verschrauben.
  • Montage nur mit Schaum ist bei uns ausdrücklich von der Gewährleistung ausgenommen.

Altbau oder Neubau? Der Unterschied entscheidet die Reihenfolge

Bevor Werkzeug geholt wird, muss die Einbausituation geklärt sein. Sie bestimmt, in welcher Reihenfolge gearbeitet wird.

Mit Anschlag, typischer Altbau

In den meisten Altbauten ist die Maueröffnung außen schmaler als innen. Der Rahmen liegt hinter einem Mauervorsprung, dem Anschlag, und wird von innen montiert. Von außen verdeckt das Mauerwerk den Rahmen teilweise.

Das hat eine Folge, die die gesamte Arbeitsweise bestimmt: an die äußere Fuge kommt man nach dem Einsetzen nicht mehr heran. Alles, was dort dichten soll, muss vorher am Rahmen sitzen.

Ohne Anschlag, typischer Neubau

Bei vielen Neubauten ist die Laibung innen und außen gleich breit. Das Element steht stumpf in der Öffnung, und die Abdichtung wird umlaufend gleich aufgebaut.

Hier ist mehr nachträglich erreichbar, und die Arbeit ist entsprechend gutmütiger.

Was das praktisch bedeutet

Messen Sie die Laibung vor der Montage noch einmal nach, auch wenn Sie beim Bestellen gemessen haben. Ein Altbau-Mauerwerk ist selten dort, wo der Plan es vermutet.

Welches Werkzeug und Material brauchen Sie?

  • Wasserwaage, möglichst lang, und Zollstock.
  • Bohrmaschine mit Steinbohrer, üblich 8 mm.
  • Fensterbauschrauben oder Rahmendübel.
  • Montagekissen oder Keile zum Ausrichten.
  • Unterlegplättchen zum Ausgleichen.
  • Kompriband oder Multifunktionsdichtband für außen.
  • Dichtfolie oder Dichtklebeband für innen.
  • Dämmmaterial für die Fuge und Silikon für den Abschluss.

Bei staubigen oder rauen Klebeflächen im Altbau gehört zusätzlich ein Primer dazu, sonst hält die Folie nicht.

Ein Hinweis zu Montagekissen: sie erleichtern das Ausrichten erheblich, weil der Rahmen millimeterweise nachgeführt werden kann. Achten Sie darauf, wo die späteren Bohrpunkte liegen. Ein durchbohrtes Kissen ist ein teurer Flüchtigkeitsfehler.

Die drei Dichtebenen: innen dichter als außen

Das ist das Prinzip, auf dem jede fachgerechte Anschlussfuge beruht, und es erklärt, warum man drei verschiedene Materialien braucht.

Innen: dampfdicht

Die innere Ebene hält warme, feuchte Raumluft davon ab, in die Fuge zu wandern. Dafür sorgt eine Dichtfolie oder ein dampfdichtes Klebeband.

Mitte: dämmend

Die mittlere Ebene ist die Wärmedämmung der Fuge. Sie unterbricht den Weg von außen nach innen und verhindert, dass die Laibung auskühlt.

Außen: schlagregendicht, aber dampfdurchlässig

Die äußere Ebene hält Wasser und Wind ab und lässt gleichzeitig Feuchtigkeit aus der Fuge nach außen entweichen. Kompriband oder ein Fugendichtband erfüllen das.

Vorbereitung: Laibung prüfen und Maße kontrollieren

Die Öffnung reinigen

Reinigen Sie die Laibung mehrfach, bevor Sie etwas anbringen. Staub und Mörtelreste verhindern, dass Klebebänder halten, und beeinträchtigen später die Dichtungen.

Die Maße kontrollieren

Die Maueröffnung soll nach unseren Montagevorgaben 10 bis 15 mm breiter sein als der Rahmen. Diese Fuge ist kein Toleranzfehler, sondern die Voraussetzung dafür, dass der Rahmen ausgerichtet, gedämmt und befestigt werden kann.

Messen Sie Breite und Höhe an drei Stellen und nehmen Sie das kleinste Maß.

Die Einbautiefe festlegen

Der Rahmen wird etwa 3 bis 5 cm von der äußeren Mauerkante entfernt gesetzt. Die genaue Lage hängt von der Wandkonstruktion ab, bei einer gedämmten Fassade anders als bei einer Massivwand.

Bei unebener Laibung: Glattstrich

Kompriband braucht eine annähernd gleichmäßige Fläche, um zu funktionieren. Ist die Laibung wellig, hilft ein dünner Glattstrich mit Mörtel vor der Montage. Das ist eine halbe Stunde Arbeit, die den Unterschied zwischen dicht und undicht macht.

Sehen Sie hier unsere Fenster.

Abdichtung anbringen, bevor das Fenster in die Öffnung kommt

Dies ist der Abschnitt, an dem die meisten Selbstmontagen scheitern. Wer das Fenster erst einsetzt und dann abdichtet, kommt an die äußere Fuge nicht mehr heran.

Kompriband außen

Kleben Sie das vorkomprimierte Band umlaufend auf die äußere Stirnseite des Rahmens, etwa 4 bis 5 mm zurückgesetzt. Arbeiten Sie von unten nach oben, damit das Band nicht nachsackt.

Planen Sie beim Zuschneiden eine Dehnungsreserve ein, üblicherweise etwa einen Zentimeter pro Laufmeter, oder setzen Sie das Band leicht gestaucht ein.

Das Band braucht Zeit. Bei rund 20 °C dehnt es sich in einer halben bis einer Stunde aus, bei Kälte kann es bis zu einem Tag dauern.

Folie innen

Die innere Dichtfolie wird ebenfalls vorher am Rahmen angebracht, mit Eck-Nasen, die später an die Laibung geklebt werden. Bei staubigem Altbau-Mauerwerk gehört ein Primer auf die Klebefläche.

Bei mehrteiligen Elementen

Werden Seitenteile oder ein Oberlicht separat geliefert, muss auch die Fuge zwischen den Einzelteilen dauerhaft dicht sein. Ein Kompriband in der Nut zwischen den Teilen ist der übliche Weg. Diese Fuge wird regelmäßig vergessen und zieht später wie ein offenes Fenster.

Fenster einsetzen und ausrichten

  1. Element vorsichtig in die Öffnung stellen.
  2. Auf Montagekissen oder Keile setzen, tragende Klötze unten.
  3. Mit der Wasserwaage waagrecht ausrichten.
  4. Lotrechten Sitz prüfen, in beiden Richtungen.
  5. Beide Diagonalen messen. Sie müssen gleich sein.
  6. Umlaufendes Anschlagmaß kontrollieren.
  7. Erst dann bohren.

Warum die Diagonalen entscheiden

Ein Rahmen, dessen Diagonalen ungleich sind, ist verzogen. Der Flügel wird darin nie gleichmäßig schließen, und keine Beschlagjustierung gleicht das später aus.

Nach unseren Gewährleistungsbedingungen sind Einbauten, die nicht lot- und waagrecht sitzen und keine gleichen Diagonalen haben, nicht gedeckt. Das ist der Grund, dieser Prüfung fünf Minuten zu widmen.

Der Fehler, den man später nicht mehr sieht

Setzen Sie die unteren Klötze mit möglichst geringem Druck. Zu straff untergelegt, bauscht der Rahmen aus, und das Ergebnis ist ein Fenster, das mittig nicht mehr dichtet.

Warum Montageschaum allein keine Befestigung ist

Montageschaum dämmt. Er trägt nicht.

Das klingt selbstverständlich und wird trotzdem regelmäßig anders gemacht, weil ausgehärteter Schaum überraschend fest wirkt.

Er hält ein Element in der Öffnung, solange nichts daran zieht. Wind, das Gewicht des Flügels und die Bewegung beim Öffnen wirken aber dauerhaft.

Nach unseren Gewährleistungsbedingungen sind Elemente, die ausschließlich mit Montageschaum befestigt wurden, ausdrücklich nicht gedeckt.

Das ist keine Formalie, sondern eine Aussage darüber, was wir aus Schadensfällen wissen. Ein geschäumtes Element wandert, und wenn es wandert, lässt es sich nicht mehr einstellen.

Schaum gehört in die Fuge, zusammen mit oder anstelle anderer Dämmmaterialien. Die Last tragen Schrauben oder Dübel.